Endlich Aufzüge am Geseker Bahnhof

Mobilität Test
Bisher für Rollstuhlfahrer unerreichbar: Das Gleis 2 auf dem Geseker Bahnhof

Schon lange ein Problem: Der Geseker Bahnhof ist nicht barrierefrei. In Ermangelung eines Aufzuges beim unterirdischen Durchgang auf Gleis 2 ist es zum Beispiel Rollstuhlfahrern unmöglich, dieses zu erreichen. Für sie ist Geseke ein One-Way-Bahnhof. Schnell mal nach Lippstadt fahren? Fehlanzeige. Morgens in kurzer Zeit nach Soest pendeln? Unmöglich.

Wer eine Gehbehinderung hat, die es ihm unmöglich macht, eine Treppe zu nehmen, muss daher, wenn er Richtung Lippstadt und Soest fahren will, erst nach Salzkotten fahren und dort in den entgegengesetzten Zug umsteigen. Aufgrund der engen Abfahrtzeiten ist eine Wartezeit von 30 Minuten in Salzkotten dabei automatisch inklusive. Das kann natürlich eine schöne Kaffeepause werden, aber ob man die jedes Mal haben will, darf bezweifelt werden.

Das soll sich nun endlich ändern. Mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel zum 12. Dezember liegen jetzt auch konkrete Zeitplanungen der DB für die vertraglich abgeschlossenen Bahnsteigarbeiten in Ehringhausen und Geseke vor. Die beteiligten Verkehrsunternehmen und die zuständigen Zweckverbände ZRL und NWL gehen davon aus, dass im Abschnitt Soest – Paderborn von Juni bis September 2022 Bauarbeiten an Bahnsteigen, Gleisen und Brücken durchgeführt werden. Die barrierefreien Zugänge und Aufzüge in Ehringhausen und Geseke sollen im Zeitraum Juni/Juli fertig werden.

Dies begrüßen wir ausdrücklich: Barrierefreiheit ist zum Glück in den letzten Jahren in den Fokus der Verkehrspolitik gerückt. Auch an anderer Stelle (zum Beispiel bei dem derzeitig diskutierten integrierten Verkehskonzept für die Geseker Innenstadt) widmen sich Politik und Verwaltung der Frage wie wir unsere Stadt barrierefreier gestalten können. Das ist auch richtig so: Denn unsere Stadt soll allen Menschen offen stehen! Eine so relevante Infrastruktur wie ein Bahnhof darf dabei auf gar keinen Fall barrierebehaftet bleiben.

Bezüglich des Zeitplans der Bauarbeiten bestehen, wie etwa neulich in der Geseker Zeitung zu lesen, gewisse Bedenken. Es muss aber klar gesagt werden, dass nicht nur vorliegende öffentliche und interne Zeitpläne eindeutig Streckensperrungen von Juni bis September 2022 vorsehen. Auch der Landesverband NRW von „PRO BAHN“ geht von umfangreichen Bauarbeiten in unserer Region in dieser Zeit aus. Andere Zeitpläne oder gar Zeitverschiebungen sind den zuständigen Mitwirkungsgremien (bis heute!) offiziell nicht kommuniziert worden! Sollten die Aufzüge wider Erwarten nicht zu dem geplanten Zeitraum eingebaut werden, liegt es jedenfalls nicht am Fahrgastverband und an den Zweckverbänden.

In jedem Fall freuen wir uns über die Baumaßnahmen und bleiben gespannt, wann diese nun beginnen.